Wie viel verdienen Daytrader?
Im Durchschnitt fast nichts — und nach Kosten weniger als null für die große Mehrheit. Die ehrliche Antwort ist kein Gehalt, sondern eine Verteilung: wenige große Gewinner, ein sehr langer Schwanz an Verlierern und ein Median unterhalb dessen, was ein simpler Indexfonds abwirft.
Die kurze Antwort
In der größten Untersuchung beharrlicher Privatanleger — alle Personen, die über Jahre brasilianische Index-Futures handelten — verloren 97 % derjenigen mit mehr als 300 Handelstagen Geld, und nur 1,1 % verdienten mehr als den Mindestlohn (Chague & Giovannetti, 2020). Der beste Trader der gesamten Stichprobe kam auf rund 310 US-Dollar pro Tag.
Gehaltsportale, die ein "Daytrader-Gehalt" nennen, beschreiben Stellen bei Eigenhandelsfirmen: Angestellte, die Firmenkapital mit Risikolimits und Fixgehalt handeln. Das ist ein Beruf, kein privates Daytrading.
Warum der Durchschnitt täuscht
Die Ergebnisse sind nicht normalverteilt. Eine Handvoll Teilnehmer sammelt enorme Gewinne ein und zieht den Mittelwert weit über das, was normale Menschen erleben. Der mediane Daytrader verliert. Fragen Sie bei jeder Einkommenszahl: netto nach Spread, Provision, Finanzierung und Steuer? Über mehr als ein Jahr? Aus Kontodaten oder aus Selbstauskunft?
Was die Kosten nehmen
Jeder Round Trip zahlt Spread und Provision, gehebelte Positionen zahlen Finanzierung, kurzfristige Gewinne werden meist zum höchsten Satz besteuert. Aktive Privatanleger verlieren leicht 10 bis 30 % ihres Kapitals pro Jahr allein an Reibung. Barber und Odean maßen rund 6,5 Prozentpunkte Rückstand pro Jahr gegenüber passiven Anlegern — vor Steuern.
Ein realistischer Vergleich
Ein breit gestreuter globaler Aktienindex brachte historisch etwa 7 bis 10 % real pro Jahr, ganz ohne Bildschirmzeit. Wer das durch tägliches Handeln schlagen will, braucht einen dauerhaften Nettovorteil gegenüber Profis — genau das, was laut Daten fast niemand hat.
Quellen
- Chague, F. & Giovannetti, B. (2020). Day Trading for a Living? SSRN.
- Barber, B., Lee, Y., Liu, Y. & Odean, T. The Cross-Section of Speculator Skill. Journal of Financial Markets.
- Barber, B. & Odean, T. (2000). Trading Is Hazardous to Your Wealth. Journal of Finance.
- ESMA / FCA mandated retail CFD loss-rate disclosures.
Häufige Fragen
Wie viel verdient ein durchschnittlicher Daytrader?
Nach Kosten weniger als null. In der brasilianischen Studie verloren 97 % Geld, nur 1,1 % lagen über dem Mindestlohn.
Kann man 1.000 Euro am Tag verdienen?
Sehr wenige schaffen das, meist mit viel Kapital und professioneller Infrastruktur. Der beste Trader der größten Privatanlegerstudie kam auf rund 310 US-Dollar pro Tag.
Was ist ein realistisches Einkommen für Anfänger?
In den ersten Jahren realistisch negativ: gleiche Kosten und Gegenparteien wie Profis, aber ohne Kapitalpuffer.
Warum nennen Gehaltsportale hohe Summen?
Weil sie Stellenanzeigen von Eigenhandelsfirmen auswerten, wo Trader Angestellte mit Firmenkapital sind.
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Day Trading Kills bündelt die gesamte Beweislage in 28 Kapiteln, benennt die Anreize der Branche, die sie verdecken, und beschreibt die Alternative im Detail.